FAQ über Blutegeltherapie

Bei welchen Krankheiten wird in der OL-Physio mit Blutegeln gearbeitet?

Muskuläre Schmerzen (Myogelosen), Arthrosen (Knie, Schulter, Ellbogen, Sprunggelenk, Hüfte, Daumensattelgelenk), Wirbelsäulenbeschwerden an HWS, BWS, LWS, Kreuzbein, ISG, Sehnenüberlastungen (Patellasyndrome, Tennisellenbogen, Fersensporn)

» und nach Rücksprache


Wann geht Blutegeltherapie nicht?


Wirkungsweise der Blutegeltherapie:

Werden u.a. erreicht durch die folgenden » Speichelinhaltsstoffe «


Wo kommt das Wort EGEL her?

Das Wort "Egel" stammt von dem griechischen Wort „echis“ ab und bedeutet „kleine Schlange“. Erwachsene Tiere werden ausgestreckt bis zu 15 cm lang. Blutegel sind langlebig: Sie werden erst mit drei Jahren geschlechtsreif (Zwitter) und über 30 Jahre alt. Obwohl Blutegel Zwitter sind, benötigen sie einen Geschlechtspartner, um sich fortzupflanzen. Nach der Paarung werden bis zu 20 Eier außerhalb des Wassers in Kokons eingesponnen, abgelegt. Der Egel kann bis zum Fünffachen seines Körpergewichts an Blut saugen. Nahrung ist ausschließlich Blut. Dabei ist der bevorzugte Wirt das Rind. Der Mensch ist eher ein Nebenwirt. Der Blutegel muss nach einer Mahlzeit 1-2 Jahre lang keine Nahrung mehr aufnehmen.

Blutegel haben sich über Millionen Jahre ihre Nische gesucht. Diese besteht darin einer Art „Symbiose mit dem Wirtstier“ einzugehen, „Blut gegen Wirkstoffe“. Das Wirtstier muss immerhin fast zwei Stunden den hängenden Egel akzeptieren, theoretisch Zeit genug diesen „loszuwerden“.


Medizinhistorisches über Blutegel

Schriftliche Nachweise von Blutegelbehandlung bis 1000-500 v.Chr. in der indischen Heilkunst (AYURVEDA) nachvollziehbar (Gott Dhanvantari / Vishnu = Gott der Heilkunde hält in einer der rechten Hände einen Blutegel). Im Rahmen der Vier-Säfte-Lehre erfolgte der Aderlass im Mittelalter auch mit Hilfe von Blutegeln. Unser heimischer Blutegel „Hirudo medicinalis“ ist im 19. Jahrhundert fast ausgerottet worden, durch den massiven Verbrauch vorallem in Frankreich (als „Vampirismus“ bezeichnet). Dort wurden pro Behandlung teilweise 80-100 Blutegel verwendet.


Wo kommen unsere Blutegel her?

Blutegel sind Arzneimittel. Sie unterliegen in Deutschland dem Arzneimittelgesetz (AMG) und sind gemäß Paragraph 21 AMG zulassungspflichtig. Blut, das von Wildtieren oder Menschen aufgenommen wurde, wird monatelang im Darm des Blutegels gespeichert und kann Bakterien und Viren enthalten. Daher, so das BfArM, werden in Deutschland nur Zuchtegel für medizinische Anwendung zugelassen, die die strengen Auflagen des Arzneimittelgesetzes erfüllen. So muss etwa die Herkunft eines Blutegels rückverfolgbar sein und die Virusfreiheit seines Blutes bescheinigt werden. Der wichtigste Grundsatz aber lautet: Ein Blutegel darf nur ein einziges Mal medizinisch angewendet werden. Wir beziehen unsere Blutegel daher aus der nach BfArM anerkannten Zucht im hessischen Biebertal.


Ist Blutegeltherapie schmerzhaft?

Die Hauptängste unserer Patienten drehen sich meistens um den Biss und das Saugen der Egel. Zunächst einmal: Aus eigener Erfahrung wissen wir, der Biss eines Blutegels ist kaum bis gar nicht schmerzhaft. Dies ist auch sinnvoll, denn Egel haben in der freien Natur kein Interesse daran, als unangenehm bemerkt zu werden, denn sie brauchen ca. 2 Stunden Zeit für ihre „Arbeit“. Die Bisse werden wie "Brennnesselstiche", "Mückenstiche", "ein leichtes Ziehen" oder "Einstiche von Injektionsnadeln" wahrgenommen. Ein im folgenden Verlauf (Tage/Wochen) mögliches, leichtes Jucken kann ebenfalls auftreten.


Der Saugvorgang des Egels

Das Saugen ist laut unserer eigenen Erfahrungen und der Aussage unserer Patienten gar nicht bis kaum schmerzhaft. Anfangs verspürt man das charakteristische Brennen oder leichte Stechen an der Bissstelle, sobald der Egel aber saugt, verschwindet das Brennen im Normalfall. Gelegentlich bewegt sich der Egel, dann kann es etwas ziehen, aber in der überwiegenden Zeit bemerkt man den Egel gar nicht. Der Saugvorgang dauert je nach durchblutetem Gebiet und „Appetit“ des Egels ca. 30 min – 2,5 Stunden. (also unbedingt ein Buch oder Beschäftigungsmittel mitbringen) Wenn der Egel „fertig“ ist, fällt er einfach ab. Die wichtigen therapeutisch wirksamen Substanzen des Speichels gibt der Egel in den ersten 30 min ab. Um den Egel nicht zu stören sollte er allerdings bis zum Ende belassen werden. Im Notfall kann er auch entfernt werden, dies birgt jedoch immer die Gefahr des Erbrechens und damit des Eintrags von Substanzen in die Bissstelle, die nicht therapeutisch gewollt sind.


Das Nachbluten

Nach dem Abfallen des Egels beginnt eine leichte Sicker-Blutung aus der Bissstelle, diese ist gewollt und dient der Reinigung der Wunde und der Ausleitung von körpereigenen oder –fremden Giftstoffen. Die Wunde wird daher locker steril mit Saugverbänden verbunden und blutet dann bis zu 24 Stunden nach. Dieser Vorgang ist gewollt, macht aber vielen Patienten Angst. Was aber für manchen Patienten „schlimm aussieht“ ist überhaupt nicht schlimm, denn pro Egel verliert man höchsten 50 ml Blut (von ca. 5-7 Liter Gesamtblutvolumen bei einem Erwachsenen). » Eine Therapie mit 4-6 Egeln ist also bezüglich des Blutverlustes in etwa vergleichbar mit einer halben Blutspende oder einer stärkeren Regelblutung.


Ablauf in der Praxis und Kosten:

Leider wird die Blutegelbehandlung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Es handelt sich also um eine Selbstzahlerleistung!!!

Wir vereinbaren zuerst einen Termin zur gezielten orthopädischen Untersuchung und Blutentnahme (Notwendig zu Klärung ob die Blutegel-Therapie möglich ist (Dauer ca. 15-30 min)

Wichtige Vorkehrungen für den Patienten vor der Behandlung!